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Dezember 2022

31.12.2022 - 20.03.2023

31.12.2022 – 20.03.2023 ist sowohl Titel als auch der definierte Zeitraum der Ausstellung, die auf dem Worringer Platz mit, am und im Glashaus stattfindet. Am Tag der Eröffnung wird ein Komposthaufen aufgesetzt. Das organische Material durchläuft in den Umsetzungsprozessen
verschiedene Phasen, die sich auf die Erfahrbarkeit seines Umraums auswirken. In der ersten Phase nach dem Aufschichten entwickeln sich im Haufen Temperaturen bis zu 70 °C. Gase und Dämpfe werden freigesetzt.

Über den wärmestauenden Effekt des Treibhauses hinaus, findet also eine zusätzliche Manipulation des Klimas und der Atmosphäre statt.

Sichtbar wird diese „dicke Luft“ anhand der Bildung von Kondenswasser, gebildet durch die Temperaturunterschiede zwischen Außen und Innen.

Das beschlagene Glas wird Reibungsort zwischen Drinnen und
Draußen, lässt den Blick scharfstellen auf die Oberfläche oder diffus werden auf das Innere. Der verschleiernde Effekt macht das atmosphärisch ausgefüllte Volumen erfahrbar und evoziert eine Idee des Raumes als Körper. Körperlichkeit als existenzielle Voraussetzung von Souveränität findet seinen Ein- und Ausgang im Boden.


Mit der Herstellung von Humus geht dieses Werk vom Grundlegenden für die Existenz unserer Gesellschaft aus: fruchtbare Erde, an die sich das Urbane als Kollektiv von Ideen und Lebensrealitäten anknüpft.
Im weiteren Verlauf kühlt der Haufen allmählich ab, was dazu führt, dass sich die Raum-/ Körpertemperatur der Umgebungstemperatur annähert, und somit die Kondensation auf den Scheiben abnimmt. Der Ort öffnet sich zunehmend dem Außen und gibt den Blick frei auf den Zustand des sich zersetzenden Komposthaufens, welcher am Ende der Ausstellungsdauer bereits in Humus übergegangen sein kann.


Tristan Drobik beschäftigt sich primär mit Malerei. Inhaltliche Themen wie Psychologie, Landschaft, Zeitgeschehen, Klima und Atmosphäre werden bei ihm üblicherweise über das illusionistisch gemalte Bild wiedergegeben:

das Bild als Prinzip eines Fensters, durch das geschaut wird. Dies findet sich in der aktuellen Arbeit im Moment der beschlagenen Scheibe wieder. Dass
das Glas an Transparenz verliert, und seine Funktion ändert, macht erst auf die Scheibe selbst aufmerksam.
„31.12.2022-20.03.2023“ kann diesbezüglich als mediale Erweiterung von Malerei betrachtet werden.

Mit dem Beschlagen der Scheibe verhält es sich sinnbildlich wie das Phänomendes Ortes Worringer Platz selbst, an dem Ungleichheiten und Reibungsmomente sichtbar werden.

Tristan Drobik studierte freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tomma Abts, Eberhard Havekost und Dirk Skreber.

Er beendete sein Studium 2022 als Meisterschüler von Tomma Abts.

 

Opening: 31.12.22 um 16 Uhr

Künstler: Tristan Drobik

Fotos: Christian Ahlborn

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kulturamt Düsseldorf und Stiftung Kunstfonds NEUSTART KULTUR
 

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