"Terminal" 12/21

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Terminal

- das Datensichtgerät
 

Großbildschirm, Konstruktion aus Spiegeln. UST Projektor

Linux Programmierung Ausgabe in Xterm. 40stündige While Schleife,

für Palace, Düsseldorf, Worringer Platz.

 

Wir sind Fremde ,

und wir sind die Sterne.

Manchmal im Himmel,

Aber immer im Krieg.

 

(Ist das alles, was sein wird?

Oder ist das die schrecklichste Pein, das G l ü c k?)

Zahlen- und Zifferncodes, Kommandos... Tastaturkürzel bestimmen das Alltägliche. Bewohner einer Matrix geben unablässig Zeichen aus, die nicht  reflektiert und nicht rezipiert werden. Da ist niemand, der verstehen könnte, folglich niemand, der versteht. Jemand von außerhalb muss eindringen, entschlüsseln und manipulieren, bis dem Zeichensalat verständliche Werke entlockt werden und zuletzt: Dante „Die göttliche Komödie“.

Zeile für Zeile, Buchstabe für Buchstabe wird in das Terminal geschrieben.  Drei Kapitel, hundert Gesänge, 14.233 Verse.

Jede vorhergehende Zeile wird von der folgenden überschrieben und dann für immer gelöscht. Das vernichtet nicht den Inhalt. Sind alle Verse geschrieben und ist alles gesagt, formieren  Zeichen und Wörter sich erneut, eine Wiedererstehung des Kontexts, jeder Sinn erlebt seine Reinkarnation. Und wieder überschreibt jeder Satz seine Vorgänger.

Und das geschieht bis in die Unendlichkeit... 

 

Ausgestellt an einem öffentlichen Ort, dem Worringer Platz, wird der Text gelesen. Nicht von einer Person, sondern hunderte Vorbeikommende nehmen eine oder einige wenige Zeilen auf.

So werden sie Teil eines lesenden Kollektivs und tragen Dantes Text/Vermächtnis/... durch Zeit und Raum.

Die Ausstellung läuft bis zum 16.01.2021

Video and Installation: Nolle Woida

Photos: Christian Ahlborn